Filmessay

„Die Farbe der Sehnsucht“ im Kino

In den meisten seiner sehenswerten essayistischen Dokumentarfilmen verknüpft Thomas Riedelsheimer Kunst und Kultur mit dem Kino, sei es nun in „Rivers and Tides“, „Touch the Sound“ oder zuletzt „Breathing Earth“. Doch konzentrierte sich der Filme­macher bislang auf einzelne Kreative wie Andy Goldsworthy oder Susumu Shingo, so spannt er den Bogen in „Die Farbe der Sehnsucht“ weiter

Foto: Filmpunkt

In Mexiko, München, Japan, Katar und Lissabon taucht er ein in (oft prekäre) Lebenswelten von Menschen, die für ihre Sehnsüchte und Emotionen ein künstlerisches Ventil gefunden haben. Da ist Kanayo Ueda aus Osaka in Japan. Sie betreibt  nicht nur ein Café, sondern bietet Gedichtkurse für Obdachlose an. Oder Layla aus Doha in Katar, die in Gedichten jene imaginären Welt formuliert, die ihre Einschränkungen im arabischen Alltag – nur weil sie eine Frau ist – kompensieren soll.
Riedelsheimer, der auch selbst die Kamera geführt hat, findet für seine Protagonisten oft atemberaubende Bilder; er lässt uns in Lebenswelten blicken und zeigt, dass die Wünsche und Sehnsüchte der Menschen überall auf dem Planeten gleich sind. Durch den Wechsel der Schauplätze mangelt es dem Film allerdings an einer gewissen Stringenz, von dem einen oder anderen Protagonisten hätte man gerne viel mehr erfahren.

Die Farbe der Sehnsucht D 2016, 95 Min., R: Thomas Riedelsheimer, Start: 1.6.

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