Komödie

„Die fast perfekte Welt der Pauline“ im Kino

Koma und Gekuschel – „Die fast perfekte Welt der Pauline“ ist eine Untertreibung

Foto: Neue Visionen

Die Enddreißigerin Pauline verdient sich ihren prekären Lebensunterhalt mit kleinen Jobs als Darth Vader bei Kinder­geburtstagen oder geigenspielende Banane für Senioren. Auf dem Weg zu einem ihrer Einsätze jagt die schusselige Animateurin einem Mannn ungewollt einen solchen Schreck ein, dass der erst kopfüber in eine Grube und dann ins Koma fällt. Von Schuldgefühlen ­geplagt, besucht Pauline den bewusstlosen Fabrice im Krankenhaus und ­findet immer mehr über das Leben des nicht weniger skurrilen Musiklehrers heraus. Aber irgendwann wird Fabrice bestimmt wieder aus seinem Koma ­erwachen …

Mit ihrem Kinoerstling porträtiert Regisseurin Marie Belhomme nicht nur eine ziemlich liebenswürdig-verpeilte Frau, die irgendwann vom eigenen Leben überholt worden ist, sondern skizziert durch Paulines Augen eine poetisch verzauberte Alltagswelt, die zu schön und versponnen ist, um wirklich wahr zu sein. Wie schon in „Die anonymen Romantiker“ erweckt Isabelle Carré eine schräge Kunstfigur zum Leben und lässt einen bei aller Kuscheligkeit der Inszenierung immer wieder um die zerbrechliche Pauline bangen. Denn letztendlich geht es bei dieser sehr ­femininen Komödie mit etlichen überraschenden Einfällen um einen Menschen, der zu gut für diese Welt ist und deshalb seinen Platz in ihr noch nicht gefunden hat.

Les chaises musicales (OT) F 2015, 83 Min., R: Marie Belhomme, D: Isabelle Carré Huard, Philippe Rebbot, Carmen Maura, Start: 25.8.

Bewertungspunkte3

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