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„Die Fee“ im Kino

Die Fee

Im strömenden Regen, gegen den ihn einige Plastikteile nur mühsam schützen, fährt ein Mann mit dem Fahrrad gefährlich nah am Wasser; der holprige Weg sorgt zudem dafür, dass gleich mehrfach die Kette he­rausspringt – was die Kamera lakonisch in einer Parallelfahrt festhält. Kein guter Tag also für Dom.
Und als er glaubt, während der Nachtschicht an der Rezeption des Hotels endlich seine Ruhe zu haben, einen Film sehen und dabei ein Sandwich essen zu können, hält ihn wiederholt das Läuten der Türglocke oder des Telefons davon ab. Und was soll er davon halten, wenn der letzte Gast an diesem Abend sich vorstellt als eine Fee, die ihm drei Wünsche zu erfüllen verspricht?
Als Dom am nächsten Morgen aufwacht, steht das gewünschte Motorrad jedenfalls vor ihm. Fiona aber ist verschwunden, bevor er seinen dritten Wunsch äußern kann. So macht Dom sich auf die Suche nach ihr und findet sie wieder in einer psychiatrischen Anstalt. Ob das angesichts dieses eher besorgniserregenden Umstandes noch etwas wird mit dem dritten Wunsch?
Die Fee„Die Fee“ ist nach „L’iceberg“ (2005) und „Rumba“ (2008 auch in deutschen Kinos gelaufen) der dritte abendfüllende Spielfilm von Dominique Abel und Fiona Gordon. Geboren wurden sie beide 1957, Abel in Belgien, Gordon in Australien. Sie studierte zunächst in Kanada, er in seinem Heimatland, kennengelernt haben sie sich dann Anfang der achtziger Jahre in Paris an der Theaterschule von Jacques Lecoq. „Das ist eine internationale Schule“, erzählt Dominique Abel, „basierend auf Bewegungen, wo wir alle möglichen Theaterformen lernten wie Melodrama, Clown, Pantomime. Das dauerte zwei Jahre, danach flogen die meisten in ihre Heimat zurück. Fiona wollte nicht nach Kanada, so zogen wir nach Brüssel und machten Theater. In den neunziger Jahren begannen wir dann mit Kurzfilmen und wandten uns schließlich ganz dem Kino zu.“
Fiona Gordon ergänzt: „Als wir in der Normandie tourten, trafen wir auch den Dritten im Bunde, Bruno Romy. Er arbeitete damals als Techniker am Theater und hatte Erfahrungen mit Video. Er fragte uns, ob wir als Schauspieler in seinem ersten Kurzfilm auftreten. Seitdem entwickeln wir unsere Filme zu dritt.“
Dabei sind der Ausgangspunkt nicht kurze Nummern, die sich dann zu einer Geschichte fügen, sondern umgekehrt: „Wir entwickeln die Geschichte und achten gar nicht auf komische Szenen. Später improvisieren wir dann, jeder schreibt zunächst seine eigene Version und streicht aus den Geschichten der anderen raus, was ihm nicht zusagt. Das geht hin und her, bis wir schließlich etwas haben, was uns allen gefällt. Dann beginnen wir mit den Proben. Das ist eine wunderbare Zeit, wir spielen wie Kinder die Szenen durch, da übernimmt der Körper die Führung. Heraus kommen oft Sachen, die man gar nicht gut aufschreiben kann. Wir filmen unsere Bewegungen und schreiben das nieder, was uns besonders gut gefällt“, erklärt Fiona Gordon die Arbeitsweise des Trios.

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