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„Die Frau in Gold“ im Kino

Die Frau in Gold

Der Fall Gurlitt hat das Thema Raubkunst wieder öffentlich gemacht: Dürfen sich staatliche Museen mit Kunstwerken schmücken, die ihren jüdischen Eigentümern von den Nazis gestohlen wurden? „Die Frau in Gold“ schildert einen Präzedenzfall: die jahrelangen Bestrebungen der Emigrantin Maria Altman, Gustav Klimts „Goldene Adele“ vom österreichischen Staat zurückzuerhalten.
Wenn der Film immer wieder zurückblendet ins Jahr 1938, gelingen Regisseur Simon Curtis, der dabei wie schon in „My Week With Marilyn“ an der Schnittstelle zwischen Fakt und Fiktion operiert, eindringliche Momente. In der Gegenwart allerdings setzt das Drehbuch ganz auf Emotionen, einschließlich einer überzogen spielenden Helen Mirren.
In seiner Konstruktion als Roadmovie mit einem jüngeren, abgeklärten Mann und einer älteren Frau, deren Vergangenheit aufgewühlt wird, erinnert „Die Frau in Gold“ an Stephen Frears’ „Philomena“, lässt aber dessen Figurenkomplexität vermissen.

Text: Frank Arnold

Foto: Robert Viglasky / 2014 The Weinstein Company/ Square One Entertainment

Orte und Zeiten: „Die Frau in Gold“ im Kino in Berlin

Die Frau in Gold (Woman in Gold), USA/GB 2014; Regie: Simon Curtis; ?Darsteller: Helen Mirren (Maria Altman), Ryan Reynolds (Randol Schoenberg), Daniel Brühl (Hubertus Czernin); 107 Minuten

Kinostart: Do, 04. Juni 2015

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