Melodram

„Die Geschichte der Liebe“ im Kino

Vom Shtetl nach New York: „Die Geschichte der Liebe“ streckt sich über Jahrzehnte

Foto: Prokino

Die Schriftstellerin Nicole Krauss lieferte die Vorlage für den neuen Film von Radu Mihăileanu, der 2009 mit „Das Konzert“ zu überzeugen wusste. Der gebürtige Rumäne, Jahrgang 1958, emigrierte 1980 weg von der Ceaușescu-Diktatur nach Paris.
Und auch hier geht es um Flucht: vor den Nazis nach Amerika. Dorthin verschlägt es Alma (Gemma Arterton) im Zweiten Weltkrieg, sie muss ihren alles geliebten Léo (Mark Rendall) im polnischen Shtetl zurücklassen. Er verspricht Alma, ihr laufend neue Kapitel seines Buch „Die Geschichte der Liebe“ zukommen zu lassen. Doch es dauert Jahre, bis Léo das Geld für die Überfahrt in die USA zusammen hat – als er in New York ankommt, ist Alma verheiratet, in der Annahme, er sei tot. Und ihr Sohn Isaac ist von Léo, was der Nachwuchs nie erfahren soll.
Im New York des Jahres 2006 ist Léo (Derek Jacobi) ein zynischer Greis, der sich als Schlosser über Wasser gehalten hat und nun doch noch ein zweites Buch schreiben will. Das fertige Manuskript von „Die Geschichte der Liebe“ hatte er damals seinem Freund Zvi mitgegeben, der hatte es in Chile einfach unter seinem Namen veröffentlicht. Und dann ist da noch ein junges Mädchen, das ebenfalls Alma heißt. Ihr Schicksal wird mit „Der Geschichte der Liebe“ und Léo verbunden.
Man muss aufpassen, all die Zeitebenen und Handlungsstränge unter einen Hut zu bekommen. Doch dann wird man mit einem Melodram belohnt, das prallvoll ist mit Emotionen, mit Geschichten über ewige Liebe, Verrat, Flucht, den Verlust von Heimat.

The History of Love (OT) F/CAN 2016, 135 Min., R: Radu Mihăileanu, D: Derek Jacobi, Gemma Arterton, Sophie Nélisse, Start: 20.7.

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