Tragikomödie

„Die göttliche Ordnung“ im Kino

Kampf in der Provinz: Die göttliche Ordnung muss auch in der Schweiz endlich fallen

Foto: Alamode Filmverleih/ Danie Ammann

Die Hausfrau Nora Ruckstuhl (Marie Leuenberger) lebt Ende der 1960er mit ihrem Gatten Hans (Max Simonischek) und den beiden Söhnen in einem beschaulichen Dorf. Selbst hier bleibt die aufmüpfige Stimmung dieser Zeit nicht unbemerkt. Wobei Nora eigentlich keine Kämpferin ist, sondern sich primär ­darüber ärgert, dass ihr Mann ihr verbietet, wieder zu arbeiten. Durch diesen Umstand wird Nora sensibilisiert, sich mehr für die Rechte des weiblichen Geschlechts einzusetzen. In der Gastwirtin Vroni (Sibylle Brunner) und der Italienerin Graziella (Marta Zoffoli) findet Nora Unterstützerinnen; nach und nach schließen sich immer mehr Frauen des Dorfes dem Kampf ums Wahlrecht und um die ­sexuelle Befreiung an. Doch wer von ihnen ist tatsächlich bereit, das jeweilige Familienglück aufs Spiel zu setzen?
Es ist unfassbar: In der ach so vorbildlichen Schweiz dauerte es bis 1971, bis den Frauen das Wahlrecht zugesprochen wurde (in Deutschland gibt es das Frauenwahlrecht seit 1918). Höchste Zeit also für einen Spielfilm, der die Geschehnisse aufarbeitet.
Eine hübsche Geschichte hat sich Autorin und Regisseurin Petra Volpe für diesen mehrfach preisgekrönten Schweizer Publikumshit ausgedacht, in dem sie einmal mehr den Kampf des Individuums gegen überkommene gesellschaftliche Strukturen thematisiert. Und sie weiß mit einer passend piefigen Ausstattung und einer prima Besetzung zu überzeugen. Aber leider gerät Volpe die Inszenierung ­wenig aufmüpfig, zu konventionell wird das Geschehen durchdekliniert. Spaß macht der Kampf der Frauen dennoch.

Die göttliche Ordnung CH 2017, 97 Min., R: Petra Volpe, D: Marie Leuenberger, Max Simonischek, Sibylle Brunner, Start: 3.8.

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