Dokumentarfilm

„Die grüne Lüge“ im Kino

Nicht alles ist bio: „Die grüne Lüge“ geht die mächtigen Konzerne an

Little Dream Entertainment

„Da ist überall Regenwald drin“, sagt die Journalistin Kathrin Hartmann zu Werner Boote, der sich gerade Süßzeug kaufen will. Der ­kleine Genuss sollte so schlimm nicht sein, da aber die Lebensmittelindustrie heute gerne überall Palmöl dazutut, hängt das Regal im Supermarkt eigentlich direkt mit Plantagen in Indonesien zusammen.

Boote („Plastic Planet“) beschäftigt sich in „Die grüne Lüge“ mit dem „Greenwashing“. So nennt man die Praktiken der Konzerne, die sich den Anschein von Nachhaltigkeit geben, während sie weiterhin rücksichtlos den Planeten und die armen Leute ausbeuten. In Louisiana und in Brasilien findet Boote auf seiner Weltreise weitere Belege für eine zerstörerische Ordnung. Den vielleicht interessantesten ­Moment erlebt er aber in Deutschland, auf einer Aktionärsversammlung des Energie­riesen RWE, zu der auch ein Mann aus West Virginia angereist ist. Er protestiert gegen ein Bergbauprojekt, das in seiner Heimat das Trinkwasser verdirbt.

Boote hat sich mit Kathrin Hartmann zusammengetan, er kann auf diese Weise den unaufgeklärten Konsumenten spielen, sie hält die Plädoyers, Boote fasst dann zusammen: „Die Macht der Konzerne muss gebrochen werden.“ Ein Besuch bei Noam Chomsky weist die politische Richtung: umfassende Verstaatlichungen. „Die grüne Lüge“ ist Aufklärungsunterhaltung mit viel Trara und ein paar Verneigungen vor Michael Moore, ein bisschen mehr Analyse hätte da nicht geschadet.

Die grüne Lüge A/D/BRA/INDO 2017, 90 Min., R: Werner Boote, Start: 22.3.

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