Drama

„Die Grundschullehrerin“ im Kino

Florence Mautret ist Grundschullehrerin mit Leib und Seele. Noch im größten Trubel bewahrt sie die Übersicht im Klassenzimmer

Alamode/ Jean Claude Rother

Dass ihr das eigene Leben gelegentlich über den Kopf wächst – sie lebt als ­alleinerziehende Mutter in der Wohnung über der Schule, ihr Sohn Denis ist Schüler in ihrer Klasse – drückt sie weg. Als der Schüler Sacha aus sogenannten schwierigen Verhältnissen dazukommt, nimmt Florence ihn sogar zwischenzeitig bei sich und Denis auf, obwohl die beiden Zehnjährigen wie Katz und Maus sind. Obendrein will Denis sowieso lieber zu seinem Vater, der baut auf Java Häuser. Sachas Vater wiederum, ein Pizzabote mit Motorroller, ist nicht das vermutete verantwortungslose Scheusal, sondern vernünftig und charmant – was die Sache nicht einfacher macht.

Klamauk-Filme zum Thema Schule gehen ­immer: von der „Feuerzangenbowle“ über „School of Rock“ bis zu „Fack ju Göhte 1-3“. Andere, wie etwa „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ oder jüngst „La Mélodie – Der Klang von Paris“ versuchen es mit einem realistischeren Blick, rutschen aber schnell mal in Richtung Kitsch ab. Dazwischen: fast dokumentarische Arbeiten wie „Die Klasse“ und „Sein und Haben“ aus Frankreich oder auch Maren Ades Debüt „Der Wald vor lauter Bäumen“. Helène Angel hingegen nimmt ihre Heldin des Alltags und jeden einzelnen Schüler sehr ernst, ohne auf Spannung und Humor zu verzichten. Eine mitreißende, warmherzige, authentisch wirkende Geschichte mit einer großartigen Sara Forestier („Der Name der Leute“) in der Titelrolle.

Die Grundschullehrerin F 2016, 105 Min., R: Helène Angel, D: Sara Forestier, Vincent Elbaz, Albert Cousi, Start: 15.2.

Mehr über Cookies erfahren