Familiendrama

„Die Hände meiner Mutter“ im Kino

Kluger Kunstgriff – Die Hände meiner Mutter verheißen nichts Gutes.

Foto: Kinescope Film

In Markus, 39, Ingenieur, selbst Familien­vater mit vierjährigem Sohn Adam und Gattin Monika, dringen verdrängte Erinnerungen nach oben. Er entschließt sich, seine soziale Umgebung mit den Vorkommnissen in der Kindheit zu konfrontieren. Denn als Kind, da hat seine Mutter Dinge mit ihm angestellt. Dinge, die eine Mutter niemals anstellen sollte. Doch wirklich hören will niemand, was dem Mann als Kind zugestoßen ist. Schließlich konfrontiert er die Mutter mit der Situation.

Au weia, das riecht nach gutem alten deutschen Problemfilm. Aber keine Bange: Autor und Regis­seur Florian Eichinger weiß ein schwieriges Thema souverän zu meistern. Er bedient sich für die Rückblenden in Markus’ Kindheit eines klugen Kunstgriffes: Der herausragende Hauptdarsteller Andreas Döhler schlüpft selbst in die Rolle des kleinen Markus und lässt so eine gewisse Distanz zum Gezeigten entstehen. So entspinnt sich ein intensives Drama, das für Diskussionen zum Thema „Missbrauch durch Frauen“ sorgen wird. Beim Filmfest München gewann der Film Preise für die Beste Regie und den Besten Darsteller.

Die Hände meiner Mutter D 2016, 106 Min., R: Florian Eichinger, D: Andreas Döhler, Jessica Schwarz, Katrin Pollitt, Start: 1.12.

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