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„Die Kinder vom Napf“ im Kino

Die Kinder vom Napf

Eine ganz eigene Welt, fast wie aus der Zeit gefallen, und zwar mitten in Europa, gar nicht weit entfernt im Hochtechnologieland Schweiz: In „Die Kinder vom Napf“ porträtiert Alice Schmid die Bergbauernkinder in Romoos, gelegen im Herzen der Eidgenossenschaft an der Grenze der Kantone Bern und Luzern. Liebevoll schaut die Regisseurin auf ein vom Wechsel der Jahreszeiten bestimmtes Leben, in dem die Gefahren von Landschaft, Wetter und Raubtieren noch ebenso selbstverständlich sind wie das Schlachten, das Schärfen der Sense oder die Geburt eines Kalbes. Da muss man aufpassen, dass man im winterlichen Dunkel nicht vom kilometerlangen Schulweg abstürzt, hilft im Sommer beim Reparieren der Zäune, kennt sich mit Gewittern aus und diskutiert über Wolf und Habicht, die zwar keine Kinder holen, dafür aber die Schafe und Hühner. Dabei geht es dem Film keineswegs um die romantische Verklärung einer vermeintlich heilen Welt, sondern um eine schöne Perspektive, die dem erwachsenen, abgebrühten Städter längst abhanden gekommen ist: kindlich, ein wenig mäandernd, naturverbunden und ebenso unverfälscht wie unkommentiert.

Text: Lars Penning

Foto: Copyright MFA+ FilmDistribution e.K.

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Die Kinder vom Napf“ im Kino in Berlin

Die Kinder vom Napf, Schweiz 2011; Regie: Alice Schmid; 90 Minuten; FSK 0

Kinostart: 25. Oktober

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