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„Die Kinder von Paris“ im Kino

Die_Kinder_von_ParisIm Juli 1942 verschleppte die Pariser Polizei auf Geheiß der deutschen Besatzer jüdische Kinder, Frauen und Männer ins Sportstadion Vel?d’Hiv, von wo sie nach Auschwitz deportiert wurden. Siebentausend der geforderten zwanzigtausend Opfer konnten durch die Hilfe französischer Bürger der Razzia entkommen, doch die Mitschuld der Polizei galt lange als Tabu. Die Regisseurin Rose Bosch wagt sich nun mit der Wucht eines Dramas aus Kindersicht und in einer opulenten Rekonstruktion des Unfassbaren an diesen Fall heran. Sie erzählt aus der Sicht dreier Jungen, die aus dem trügerisch glücklichen Kleinbürgermilieu der jüdischen Nachbarschaften am Fuß des Montmartre herausgerissen werden. Den Familien zur Seite stehen Jean Rйno in der Rolle eines jüdischen Arztes und Mйlanie Laurent als junge Krankenschwester, die das personifizierte Gewissen der Franzosen darstellt. In Parallelmontagen wird die zynische Kooperation zwischen Nazis und dem französischen Vichy-Regime illustriert. Rose Bosch lässt kein packendes Moment aus, um die Tragödie auch einem Publikum ohne historische Vorkenntnisse nahezubringen.

Text: Claudia Lenssen

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Die Kinder von Paris“ im Kino in Berlin

„Die Kinder von Paris“ (La Rafle) Frankreich/Deutschland 2010; Regie: Rose Bosch;  Darsteller: Jean Rйno (Dr. David Sheinbaum), Mйlanie Laurent (Annette Monod), Gad Elmaleh  (Schmuel Weismann); 120 Minuten; FSK 12;

Kinostart: 10. Februar

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