Kinderbuchverfilmung

„Die kleine Hexe“ im Kino

Quatschfrei und sympathisch: „Die kleine Hexe“ wird Otfried Preußlers Vorlage gerecht

Studiocanal/Claussen+Putz Film/ Walter

Wenn sich ein Kinderbuch seit 60 Jahren ungebrochener Beliebtheit erfreut, muss der Autor wohl etwas richtig gemacht haben. Was auf Otfried Preußler und „Die kleine Hexe“ zweifellos zutrifft und nicht zuletzt daran liegt, dass die ­Protagonistin mit ihren „erst“ 127 Jahren perfekt das Prinzip Kind vertritt: Sie liebt es, Schabernack zu treiben, setzt sich gern einmal über die Verbote der großen ­Hexen hinweg („Man darf sich nur nicht erwischen lassen!“) und muss doch lernen, dann auch die Konsequenzen zu tragen. Selbst wenn das ­bedeutet, das ganze große Hexenbuch auswendig zu lernen und eine gute Hexe zu werden. Letzteres, und das ist der Kern des Buches, interpretiert die kleine Hexe als moralische Aufgabe: Sie hilft, wo sie kann – den Alten und Schwachen, den Kindern und den Tieren.

Glücklicherweise hat die jüngste Realverfilmung (Regie: Mike Schaerer) des Stoffes allen Ver­suchungen widerstanden, an der ebenso liebenswerten wie humorvollen Geschichte groß etwas modernisieren zu wollen: Zwar sind nicht alle ­Buchepisoden vertreten, aber man hat auch keinen aufdringlichen Quatsch dazuerfunden.

Der Erzählrhythmus ist eher gemächlich, es passiert wenig, doch das auf eine recht verspielte und ­fantasievolle Weise. Vor allem aber wird Karoline Herfurth der Titelrolle überaus charmant gerecht: eine übermütige, kreative und liebe Sympathie­trägerin mit großem Gerechtigkeitssinn, wie sie sich auch der 2013 verstorbene Preußler hätte wünschen können.

Die kleine Hexe D/CH 2018, 103 Min., R: Mike Schaerer, D: Karoline Herfurth, Susanne von Borsody, Eveline Hall, Marek Harbort, Start: 1.2.

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