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Jennifer Aniston in „Love Happens“ im Kino

Der Titel klingt nach einem Film des Prosecco-Genres, doch „Love Happens“ empfiehlt sich dann eher als herbstkompatibler Gemütswärmer in Richtung Apple-Cinnamon-Latte, evokativ, wohl­­­riechend und völlig überzuckert.
Es gehört zu den Genreregeln, dass alles von Anfang an klar ist und die Floristin und der gefeierte Ratgeberautor sich kriegen, nachdem ein paar anekdotische Girlanden gewunden und biografische Leichen beseitigt sind. Das schafft der Film über weite Strecken ganz solide und unterhaltsam, vor allem, weil es Aaron Eckhart gelingt, den Psychoguru vor der Karikatur zu bewahren und als angeschlagenen All American guy zu erden, dem die um ihn kreisende Vermarktungsmaschinerie nicht geheuer ist. Das herbstliche Seattle liefert eine gelungene Kulisse, in der Tristesse und Glamour auf Wohlfühltemperatur heruntergedimmt sind.
Das Meg-Ryan-Rollenklischee wird diesmal von Jennifer Aniston bedient, die in ihrem entzückenden Blumenladen und unter ihren großen Wollmützen genau die Mischung aus Patentheit, Sensibilität und gediegenem Sex-Appeal ausstrahlt, die mehrheitsfähige Identifikationsangebote liefert. Doch leider erspart der Film sich und dem Zuschauer nicht den finalen emotionalen Kehraus, alle Konflikte lösen sich auf offener Bühne in einem Bad aus Tränen und Applaus. Die Momente der Ehrlichkeit, des Innehaltens und der Kritik gehen unter in der synthetischen Süße des Abgangs.

Text: Stella Donata Haag

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Love Happens“ im Kino in Berlin

Love Happens, USA/Kanada 2009; Regie: Brandon Camp; Darsteller: Aaron Eckhart (Burke Ryan), Jennifer Aniston (Eloise), Dan Fogler (Lane); Farbe, 109 Minuten

Kinostart: 12. November

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