Agentenkomödie

„Die Kundschafter des Friedens“ im Kino

„Die Kundschafter des Friedens“ müssen wieder Einsatz bringen

Foto: 2015 TOM TRAMBOW

Auch wenn sich die Öffnung der Mauer 2017 inzwischen zum 28. Mal jährt – die Animositäten zwischen Ossis und Wessis bestehen fröhlich weiter. Vielleicht ein wenig entspannter und mal mehr, mal weniger ernst vorgetragen, doch immer mit dem Grundgedanken: Ihr seid anders als wir. Einen ebenso absurden wie originellen Schauplatz für diesen Konflikt ­findet Regisseur Robert Thalheim in seiner Komödie „Kundschafter des Friedens“: die Welt der Spionage.
Denn als in der ehemaligen Sowjetrepublik Katschekistan der designierte Präsident entführt wird, reaktiviert der BND widerstrebend den ehemaligen Ost-Agenten Jochen Falk (Henry Hübchen), der sich in dieser selt­samen Gegend auszukennen scheint. Falk verlangt, mit seinem ehemaligen Team von leicht abgehalfterten Spionage-Rentnern zu arbeiten – und hofft zugleich, mit seinem alten West-Widersacher Frank Kern (Jürgen Prochnow) eine Rechnung zu begleichen.
Das Vergnügen an dieser speziellen Agentenparodie vermittelt sich über seine komödiantische Vielschichtigkeit: Ost und West, Alt und Jung, Old-School-Handwerk und neue ­Ineffizienz – hier bekommt jeder sein Fett weg. Und dass man mit den sympathischen ­Figuren und nicht über sie lacht, ist gleichermaßen ein Verdienst einer Geschichte voller hübscher und absurder Ideen wie der absolut sehenswerten komödiantischen Talente von echten Schauspiellegenden wie Henry Hübchen, ­Michael Gwisdek – Glückwunsch zum 75.! – und Winfried Glatzeder, die wir hier jetzt einfach als gesamtdeutsch verorten.  

Kundschafter des Friedens D 2017, 93 Min, R: Robert Thalheim, D: Henry Hübchen, Michael Gwisdek, Antje Traue, Thomas Thieme, Winfried Glatzeder, Jürgen Prochnow, Start: 26.1.

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