Kino & Stream

„Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“ im Kino

Die Kunst, sich die Schuhe zu binden

Erst verliert er seinen Job, dann schmeißt ihn seine Freundin raus. Schließlich vermittelt ihn das Arbeitsamt auch noch in die tiefste Provinz, als Betreuer in ein Behindertenheim. Auf die harte Tour muss Alex lernen, was Verantwortung bedeutet. Seine Klienten mit ihrer etwas anderen Art der Weltwahrnehmung helfen ihm dabei. Umgekehrt ermöglicht Alex dem Trüppchen Gehandicapter bei einem Volksfest den ersehnten Auftritt als Gesangs- und Tanzkombo.
Mit „Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“ erzählt Lena Koppel die Erfolgsgeschichte des schwedischen Behinderten-Theaters Glada Hudik, das 1996 von Pär Johansson gegründet wurde – der das Drehbuch mitverfasste, während die Ensemble-Mitglieder sich selbst spielen. Dass die Menschen, ihrer Unterschiedlichkeit zum Trotz, voneinander lernen können, dass man mithin nicht behindert ist, sondern behindert wird – diese propagandistische Idee ist so simpel wie allgegenwärtig in „Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“. Dass sie knapp unterhalb der Penetranzgrenze bleibt, ist der Überzeugungskraft der Darsteller geschuldet. Schließlich geht es nicht um ein abstraktes Konzept, sondern um ihr Leben.

Text: Alexandra Seitz

Foto: MFA+ FilmDistribution e.K.

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Die Kunst, sich die Schuhe zu binden“ im Kino in Berlin

Die Kunst, sich die Schuhe zu binden (Hur mеnga lingon finns det i världen), Schweden 2011; Regie: Lena Koppel; Darsteller: Sverrir Gudnason (Alex), Bosse Östlin (Ebbe), David Gustafsson (Leif); 101 Minuten; FSK 0

Kinostart: 20. September

Mehr über Cookies erfahren