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„Die Lebenden“ im Kino

Die Lebenden

Ausgelöst durch den zufälligen Fund eines Fotos, das den Opa in SS-Uniform zeigt, macht sich die 25-jährige Sita auf eine Reise in die Vergangenheit ihrer Familie. Die Spurensuche führt sie in Archive in Berlin, Wien und Warschau, nach Auschwitz und schließlich auf einen Friedhof im rumänischen Siebenbürgen. Kreuz und quer reist Sita durch das neue Europa, dabei die Geschichte des alten Europa sowie die ihrer Herkunft nachvollziehend. Sie leistet ihren persönlichen Beitrag wider das Vergessen. In das Drehbuch zu „Die Lebenden“ hat die 1970 in Wien geborene Filmemacherin Barbara Albert viel von ihrer eigenen Familiengeschichte einfließen lassen. Wie Sitas stammt auch Alberts Familie von den Siebenbürger Sachsen im heutigen Rumänien ab, die, so Albert, „durch den Zweiten Weltkrieg gleichermaßen zu Tätern und Opfern geworden sind“.
Alberts persönliche Nähe zum Stoff führt nun allerdings dazu, dass „Die Lebenden“ thematisch heillos überfrachtet ist. Die Figuren geraten ihr zu Thesenträgern, die, gegeneinander in Stellung gebracht, exemplarische Positionen vertreten und repräsentativ Konflikte austragen. Das ist erst langweilig und dann unglaubwürdig.

Text: Alexandra Seitz

Foto: Real Fiction Filmverleih

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Die Lebenden“ im Kino in Berlin

Die Lebenden, Österreich/Deutschland/Polen 2012; Regie: Barbara Albert; Darsteller: Anna Fischer (Sita), Hanns Schuschnigg (Gerhard Weiss), August Zirner (Lenzi); 112 Minuten; FSK 12

Kinostart: 30. Mai

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