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„Die Legende der Wächter“ im Kino

Die Legende der Wächter

Langsam bekommt man das Gefühl, dieser Mann kann nicht anders: Was immer Regisseur Zack Snyder („300“) auch anfasst, am Ende kommt ein quasi-faschistoides Kampfgetümmel dabei he­raus. Das ist auch in dem Fantasy-Animationsfilm „Die Legende der Wächter“ nicht anders: Gute Eulen kämpfen gegen böse Eulen, Helm aufgesetzt, Kampfkralle angelegt, und schon geht‘s los. Die Bösen tragen dabei eindeutig faschistische Züge: Ihre Anführer halten sich für die „Reinsten“, geboren um alle anderen Eulen zu unterdrücken, sie stehlen Jungvögel, machen sie zu Sklaven oder bilden sie zu Kämpfern für ihre Sache aus. Die Guten lassen den rassistischen Quatsch weg, sind aber deswegen kaum weniger autoritätsgläubig, genauso martialisch und immer bereit, das Böse „erbarmungslos auszurotten“. Entsprechend schlicht gestalten sich die Gemüter und die Motivationen der Protagonisten. Präsentiert wird das Ganze in einem hyperrealistischen Stil, der jede Feder und jeden Wassertropfen detailliert erkennen lässt: eine beeindruckende Rechenleistung moderner Computer. Aber deswegen geht man ja nicht ins Kino – und schon gar nicht mit Kindern.

Text: Lars Penning

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Die Legende der Wächter“ im Kino in Berlin

Die Legende der Wächter (Legend of the Guardians: The Owls of Ga’Hoole), USA/Australien 2010; Regie: Zack Snyder; Sprecher: Jim Sturgess (Soren), Geoffrey Rush (Ezylryb), Helen Mirren (Nyra); 91 Minuten

Kinostart: 14. Oktober

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