Coming of Age

„Die Mitte der Welt“ im Kino

In flirrenden Sommerbildern erzählt der Österreicher Erwa eine etwas andere Coming-of-Age-Geschichte

Foto: Tom Trambow/ Universum Filmverleih

Andreas Steinhöfel Superstar. Der Schriftsteller hat uns die wunderbare Trilogie um Rico und Oskar (die toll verfilmt wurde) gegeben, er kann aber auch erwachsener. Regisseur Jakob M. Erwa wollte nun als Fan der ersten Stunde unbedingt Steinhöfels Bestseller „Die Mitte der Welt“ verfilmen.

Steinhöfel und Erwa erzählen von Phil (souverän: Louis Hofmann). Der hat eine Familie, die anders ist: Seine flippige Mutter Glass (Sabine Timoteo) hat den 17-Jährigen und seine Zwillingsschwester Dianne (Ada Philine Stappenbeck) alleine groß­gezogen, sie leben in einer Art verwunschener Villa mit Namen Visible. Als Phil nach drei Wochen von einem Sprachkurs nach Hause zurückkehrt, ist die Stimmung im Visible nicht gut, Dianne weicht allen Gesprächen aus. Für Ab­lenkung sorgt der Neue in der Klasse: Nicholas (Jannik Schümann) ist cool und extrem gutaussehend, Phil ist sofort verknallt. Tatsächlich nähern sich die beiden Jungs an und werden bald gemeinsam mit Phils bester Freundin Kat (Svenja Jung) zu einem eingeschworenen Trio. Doch eine dunkle Vergangenheit drängt zurück ans Tageslicht, und auf ­Freunde ist auch nicht immer Verlass.

In flirrenden Sommerbildern erzählt der Österreicher Erwa eine etwas andere Coming-of-Age-Geschichte. Die wirkt zu Beginn ein wenig so, als müssten sich die Figuren ebenso in die Szenerie einfinden wie der Zuschauer, entwickelt sich dann aber zu einer atmosphärisch dichten ­Tragikomödie mit stimmigen Figuren und guten Schauspielern. Wenn Louis Hofmann („Tom Sawyer“, „Freistatt“) so weiter macht, wird aus ihm noch ein ganz Großer. Andreas Steinhöfel soll von der Verfilmung ­übrigens höchst angetan sein.

Die Mitte der Welt D 2016, 115 Min., R: Jakob M. Erwa, D: Louis Hofmann, Sabine Timoteo, Jannik Schümann, Start: 10.11.

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