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„Die Ökonomie des Glücks“ im Kino

Die Ökonomie des Glücks

„Die Ökonomie des Glücks“ ist keine Dokumentation im eigentlichen Sinn, sondern ein dezidiertes Statement für Nachhaltigkeit und lokales Wirtschaften. Etwa eine Stunde lang werden die fatalen Folgen ökonomischer Globalisierung erörtert, die nach Ansicht der Filmemacher alle kulturellen Unterschiede einebnet und den „glücklichen Wilden“ seiner spirituellen Natur entfremdet. Nach einer mit unbehaglicher Musik unterlegten Auftaktsequenz, die ein Schlaglicht auf das nervöse Leben in der industrialisierten Gesellschaft wirft, folgt bei ethno-kitschigem Singsang eine Blende auf die schneebedeckten Gipfel von Ladakh und die im Zeichenhaushalt westlicher Buddhismus-Verklärung so wichtigen bunten Wimpelchen. Sodann führt uns die Wirtschaftsanalystin Helena Norberg-Hodge wie ein Guru durch den mit sehr eindimensionalen Sentenzen gespickten Film und beschwört den lokal verwurzelten Gemeinschaftsmenschen, der durch den globalen, „mc-donaldisierten“ Sozialeremiten bedroht werde. Auch wenn man die ehrbaren konsum- und wirtschaftskritischen Aspekte des Films teilt: Einen derart pathetischen Heal-the-World-Hymnus hat man selten gesehen.

Text: Christoph David Piorkowski

Foto: 2012 ISEC

tip-Bewertung: Ärgerlich

Orte und Zeiten: „Die Ökonomie des Glücks“ im Kino in Berlin

Die Ökonomie des Glücks (The Economics of Happiness), Großbritannien/USA 2011; Regie: Helena Norberg-Hodge, Steven Gorelick, John Page; 68 Minuten; FSK k.A.

Kinostart: 1. November

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