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„Die Piroge“ im Kino

Die Piroge

30 Männer passen auf eine Piroge, ein traditionelles, afrikanisches Boot, mit dem der Ozean zwischen Afrika und Europa überquert werden soll. Alles ist gut geplant, doch von Beginn an kommt so manches anders, als es gedacht war. So ist zum Beispiel auch eine Frau an Bord, was die Gruppendynamik deutlich verändert. In Moussa Tourйs Film „Die Piroge“ wird eine repräsentative Geschichte erzählt: Viele Menschen in Afrika machen sich Hoffnungen auf ein besseres Leben in Europa, haben aber schon von der Reise nur ungefähre Vorstellungen. Nicht nur die Sicherkeitskräfte der EU sind ein Pro­blem, auch das Wetter und die tückischen Meeresströmungen. Dazu kommen technische Unwägbarkeiten, und niemand weiß, wie die Nebenleute unter extremen Bedingungen reagieren. Das alles wird in „Die Piroge“ verhandelt, in einer Erzählung, die sich wie ein Katalog der Eventualitäten ausnimmt und in deren Struktur auch deutlich wird, dass der Traum von Europa zu einem Selektionsprozess wird, an dessen Ende manche froh sein können, wenn sie wieder von vorn beginnen können.

Text: Bert Rebhandl

Foto: EZEF

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Die Piroge“ im Kino in Berlin

Die Piroge (La Pirouge), Frankreich/Senegal 2012; Regie: Moussa Tourй; Darsteller: Йric Nйvй, Oumar Sy, Adrien Maigne; 87 Minuten; FSK 12

Kinostart: 2. Juni

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