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"Die ­Poesie des Unendlichen" im Kino

"Die ­Poesie des Unendlichen" im Kino

Ein Drama über eine wahre Begebenheit aus dem Leben des indischen Mathematikers Srinavasa Ramanujan (1887-1920), der als Autodidakt komplizierte Mathetheorien entwickelte und es in Cambridge als Protegй des Professors G.H. Hardy zu akademischen Ehren brachte. Nie von ihm gehört? Nun, auch dieses Werk wird seinen Bekanntheitsgrad kaum steigern. Denn dem Film gelingt es nicht, die Leistungen Ramanujans (Dev Patel) zu vermitteln: Da schreibt also einer Seiten mit Formeln voll, die kluge Menschen anschauen und sie genial finden. Doch was soll einem das sagen?
Wohl auch deshalb sucht der Film sein Drama auf der menschlichen Ebene: Der arme Inder hat es zu Zeiten des Empire inmitten privilegierter Engländer nicht leicht, und für Freundschaft ist Hardy (Jeremy Irons) der Falsche. Dessen Forderung nach logischen Herleitungen der Formeln irritiert Ramanujan, der auf göttlicher Eingebung beharrt. Das ist ­solide gespielt, angenehm fotografiert und dümpelt müde vor sich hin. Als deutscher Titel wurde "Die Poesie des Unendlichen" erdichtet. "Unendliche Langeweile" wäre treffender.    

Text: Lars Penning

Foto: Wild Bunch Germany

Orte und Zeiten: Die ­Poesie des Unendlichen

The Man Who Knew ­Infinity (OT) USA/GB/IND 2015, 114 Min., R: Matthew Brown, D: Dev Patel, Jeremy Irons, Toby Jones

?Kinostart: Do, 12. Mai 2016

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