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„Die Prinzessin von Montpensier“ im Kino

Die Prinzessin von Montpensier

„Ich zeige, was ich verkaufe“, sagt der Mann. Was er verkauft, sind allerdings keine Waren, es geht um eine arrangierte Hochzeit. Im Frankreich des Jahres 1562, von Konfessionskriegen zerrissen, dienen Eheschließungen der Vermehrung der eigenen Macht. So wird die 16-jährige Marie de Mйziиres von ihrem Vater zur Ehe mit Phi­lippe de Montpensier gezwungen, obwohl sie sich zu dem heißblütigen Krieger Henri de Guise hingezogen fühlt. Schlechte Zeiten für die Stimme der Vernunft, den kriegsmüden Comte de Cha­bannes, der – nachdem er im Krieg versehentlich eine schwangere Frau tötete – beschlossen hat, der Gewalt zu entsagen und eine neue Rolle als Lehrmeister von Marie anzunehmen. Er ist das moralische Zentrum des Films.
Basierend auf einer Erzählung von Madame de La Fayette hat Bertrand Tavernier einen Historienfilm gedreht, der zugleich die Fremdheit dieser Welt zeigt wie auch Parallelen zur Gegenwart offenbart und sich dabei immer für die Rituale des Alltags interessiert. Großes Kino, vom deutschen Verleih spät und nur halbherzig (vorerst nur in Berlin und Düsseldorf) herausgebracht.

Text: Frank Arnold

Foto: Kinowelt

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Die Prinzessin von Montpensier“ im Kino in Berlin

Die Prinzessin von Montpensier (La princesse de montpensier), Frankreich/Deutschland 2010; Regie: Bertrand Tavernier; Darsteller: Mйlanie Thierry (Prinzessin Marie de Montpensier), Lambert Wilson (François de Cha­bannes), Grйgoire Leprince-Ringuet (Prinz de Montpensier); 139 Minuten; FSK 12

Kinostart: 27. Oktober

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