Roadmovie

„Die Reise mit Vater“ im Kino

Der junge Arzt Mihai (Alex Mărgineanu) lebt im kommunistischen Rumänien des Jahres 1968, schon damals unter der autoritären Führung Nicolae Ceaușescus

Foto: Movienet Film

Mihais kleinerer Bruder Emil (Răzvan Enciu) muckt gerne gegen das autoritäre Regime auf und singt antistalinistische Lieder auf der Gitarre. Doch das ist nicht Mihais einzige Sorge: Der Vater William (Ovidiu Schumacher) ist schwer krank, eine Operation innerhalb des Ostblocks wäre nur in der DDR möglich. Als machen sich die Rumäniendeutschen auf den Weg nach Ostdeutschland; die Sprache beherrschen sie ja.
Doch dort angekommen, geraten sie in eine Ausnahmesituation, ausgelöst durch den sowjetischen Einmarsch in Dubjecs Tschechoslowakei. Und dann geschieht das Unfassbare: den drei Männern wird offiziell die Rückreise nach Rumänien gestattet, über die BRD! Da ist es natürlich hilfreich, dass Mihai mittlerweile die linke Revolutionärin Ulrike von Syberg (Susanne Bormann) aus München kenngelernt hat.
Regisseurin Anca Miruna Lăzărescu erzählt in ihrem Langfilmdebüt die hoch emotionale Geschichte ihres Vaters in oft in warmen Brauntönen gehaltenen Bildern nach. Ein recht stimmiger Film über die Kraft der Freiheit, der nicht nur von der Geschichte und der Struktur her an Stephan Komandarevs wunderbarem „Die Welt ist groß und Rettung lauert überall“ (2008) erinnert. Doch leider klammert sich Lăzărescu aber allzu sehr an ihre Geschichte und vertraut weniger auf Bilder und Stimmungen.

Die Reise mit Vater D/S/ROM/HUN 2016, 111 Min., R: Anca Miruna Lăzărescu, D: Alex Mărgineanu, Răzvan Enciu, Ovidiu Schumacher, Susanne Bormann, Start: 17.11.

Bewertungspunkte3

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