Kommentar

„Die Rückkehr der Mumie“ von Lars Penning

Waren das noch Zeiten: Mickey Rourke als cooler Motorcycle Boy in „Rumble Fish“. Oder als taffer Cop, „Im Jahr des Drachens“ in Chinatown ermittelnd

Lars Penning

Selbst als Schriftsteller in der Bukowski-Verfilmung „Barfly“ machte er noch eine gute Figur. Die er ja auch ganz gern in seltsamen Erotikthrillern („9 ½ Wochen“, „Wilde Orchidee“) präsentierte, was zumindest auf einen nicht ganz sattelfesten Geschmack schließen ließ. Na gut, das ist alles 30 Jahre her. Jünger wird niemand.
Aber ehrlich gesagt hielt ich Rourke inzwischen für tot. Denn so alt wie er heute aussieht, kann man gar nicht werden. Insofern traf mich folgende Nachricht wie ein Keulenschlag: Mickey Rourke filmt demnächst in Berlin. Immerhin für ein komplett totgeborenes Projekt: „Berlin, I Love You“ ist nach „Paris, je t’aime“ und „New York, I Love You“ bereits der dritte Aufguss eines Episodenfilms mit lokalem Bezug. Und falls der so nichtssagend wie seine Vorgänger ausfällt, ein recht guter Grund, daheim zu bleiben.
Angeblich trifft Mickey in seiner Episode eine junge Frau in einer Bar und … denkt über die verkorkste Beziehung zu seiner Tochter nach. So Altherrenzeugs eben. Regisseur dieses spannenden Abenteuers ist übrigens niemand anderes als Til Schweiger. Den ich an dieser Stelle jetzt nicht den Totengräber des deutschen Unterhaltungskinos nennen möchte, nur weil das gerade so schön passen würde.

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