Drama

„Die Schlösser aus Sand“ im Kino

Ein Haus in der Bretagne soll verkauft werden. Die Fotografin Eléonore (Emma de Caunes) hat es von ihrem plötzlich verstorbenen Vater geerbt. Weil sie nicht Autofahren kann, bittet Eléonore ihren Ex-Freund (Yannick Renier), sie dort hinzubringen

Foto: Film Kino Text

Samuel ist Historiker und glaubt, mit einer Arbeit über Hitlers Nichte Geli einen wichtigen Beitrag zur Geschichte des 20. Jahrhunderts leisten zu können. Alsbald geben sich im Haus am Strand verschiedenste Personen die Türklinke in die Hand: eine bemüht fröhliche Maklerin, die ihre Einsamkeit zu überspielen versucht, diverse nervtötende Kaufinteressenten, die mysteriöse letzte Geliebte des Vaters.

Auch das Phantom von Papa gibt keine Ruhe, zumindest nicht in der Imagination der Tochter. Bei alledem versuchen Eléonore und Samuel sich darüber klarzuwerden, wie viele Gefühle sie für den jeweils anderen noch aufbringen können.

Eigentlich ist diese Geschichte um den unterschiedlichen Umgang mit Liebe und Erinnerung gar nicht sonderlich kompliziert. Doch Regisseur Olivier Jahan macht daraus in „Die Schlösser aus Sand“ etwas gewollt wirkend Künstlerisches, dem letztlich der unangenehme Geruch des Prätentiösen anheftet: Banale Rückblenden unterbrechen den Erzählfluss, ein Übermaß an Musik soll die Gefühlswelten der Figuren beleuchten, Protagonisten sprechen direkt in die Kamera. Vom lächerlichen Geist des Vaters ganz zu schweigen. Und die penetrant eingesetzte Erzählerstimme aus dem Off erweist sich am Ende als jene der Geliebten des Vaters – die die ganze Zeit Dinge erzählt, von denen sie gar nichts wissen kann. Klar, der Film erzählt jenseits ausgetretener Pfade, doch das ist ja kein Wert für sich. Denn Inhalt und Aufwand entsprechen sich einfach nicht in diesem besonders langweiligen Beispiel französischen Arthouse-Kinos. Lars Penning

Les châteaux de sable (OT) F 2015, 102 Min., R: Olivier Jahan, D: Emma de Caunes, Yannick Renier, Jeanne Rosa. Start: 27.4.

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