Melodram

„Die Schneiderin der Träume“ im Kino

Um ihrer Schwester ein Studium zu ermöglichen, beschließt die früh verwitwete Ratna, sich um Arbeit in der Großstadt zu bemühen

Neue Visionen

Sie ergattert einen Job im Haushalt einer Baulöwen-Sippe. Den größten Teil ihres Lohns schickt Ratna nach Hause, hofft aber, sich ebenfalls einen Traum erfüllen zu können. Ihr Herzenswunsch, als Schneiderin oder gar Modedesignerin arbeiten zu dürfen, scheint näher zu rücken, als sie mit Erlaubnis ihres Arbeitgebers Unterrichtsstunden nehmen kann. Doch dann platzt die arrangierte Hochzeit des designierten Firmenchefs Ashwin, der aus den USA heimkehrt. Während er in Depressionen versinkt, muss Ratna um ihren Job fürchten. Als junge verwitwete Frau mit einem alleinstehenden Mann in dessen Wohnung zu leben, kommt im metropolen Mumbai selbst heutzutage einem Tabu gleich.

Rohena Geras zart imaginierte Liebesgeschichte ist ein pathosfrei inszenierter Film über die indische Kastengesellschaft: Weder Ashwin noch Ratna gelingt es, die Konventionen abzuschütteln – es bleibt bei einer einzigen zärtlichen Berührung. Bittersüßes Herzschmerzkino vom Feinsten.

Die Schneiderin der Träume F/IND 2018, 99 Min., R: Rohena Gera, D: Tillotama Shome, Vivek Gomber, Geetanjali Kulkarni, Start: 20.12.

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