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Die Schöne, das Biest und der Bär

Charlize Theron„Ich bin ein starkes Mädchen. Ich kann es auch eine Woche ohne Dusche aushalten“, verriet der gerne auch für Luxusgüter werbende Hollywoodstar Charlize Theron letzten Sommer dem US-Talkmas­ter David Letterman. „Es gibt eine Zeit und einen Platz für alles, und manchmal gibt es eine Zeit, nicht zu duschen. Ich liebe es, schmutzig zu werden.“
Am schmuddeligsten anzusehen war Theron mit Sicherheit als Aileen Wuornos in „Monster“. Für ihre monströse, schauspielerische Höchstleistung in der Rolle der White-Trash-Mörderin mit den stets heruntergezogenen Mundwinkeln wurde die 1975 auf einer Farm in Südafrika geborene Akteurin als beste Darstellerin mit dem Silbernen Bären der Berlinale, dem Golden Globe und dem Oscar belohnt.
„In Berlin auf dem roten Teppich war es bitterkalt. Ich hatte panische Angst, dass meine Nase tropft und man das auf den Fotos sieht“, erinnerte Theron sich später. Die Filmkritik beschäftigte zeitgleich die Frage, ob „Monster“ ein Film über die Verwandlung einer Frau in eine schreckliche Serienkillerin – oder über die Verwandlung der schönen Schauspielerin Theron in eine abscheuliche Filmbestie sei.
Therons eigene Traumageschichte war in der Diskussion kaum präsent: Als 15-Jährige hatte sie mitansehen müssen, wie ihr gewalttätiger Alkoholiker-Vater von ihrer Mutter in Notwehr erschossen wurde, als er seine Familie mit der Schrotflinte attackierte.

Text: JB

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