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Die Selbstfindungsgeschichte „Maria im Wasser“ im Kino

Thomas Wendrich verlegt die Tragödie für seinen Film an die tschechische Grenze, ins sächsische Neusorge an der Elbe und ins Jahr 1983: Vier Waisenkinder fahren mit einem Schwimmpanzer durch die Elbe und ertrinken, als dieser untergeht. Einzig Überlebender: Marcus, der leibliche Sohn von Maria, der rigiden Leiterin des Waisenhauses. „Schwimmen ist das bes­te Training für die Kinder – um sich aufs Leben vorzubereiten“, sagt sie zu Marcus (Alexander Beyer), als dieser 20 Jahre nach seinem vermeintlichen Tod wieder am Ort seiner Kindheit auftaucht. Maria erkennt ihren Sohn nicht und ahnt nicht, dass niemand das besser weiß als er.
An Andreas Kleinerts „Freischwimmer“ erinnernd, für den Wendrich das Drehbuch schrieb, baut er auch für seinen eigenen Langfilm auf die Schwimmer-Me­taphorik als Dramaturgiestütze. Der Wasser-Symbolismus trägt Marcus’ Suche nach Identität und Heimat wie die Restaurierung der Orgel in der Dorfkirche „Maria am Wasser„. In einer verkorksten Mischung aus Realismus, Mys­tery und tschechischem Märchen mäandert die Story schließlich einem übertrieben buttrigen Happy End entgegen.

Text: Julia Schulte-Ontrop

tip-Bewertung: Uninteressant

Maria am Wasser, Deutschland 2006; Regie: Thomas Wendrich; Darsteller: Alexander Beyer (Marcus), Annika Blendl (Alena), Marie Gruber (Maria); Farbe, 98 Minuten

Kinostart: 26. Februar 2009

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