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Die spannendsten Filmstarts 2014

Monuments_Men_04_c_2013TwentiethCenturyFoxDas Kinojahr in Berlin kennt traditionell mehr als nur vier Jahreszeiten. Fünf oder sechs werden es wohl sein, je nachdem, wie man zählt. Die ersten beiden werden durch die Berlinale und die Oscar-Verleihung dominiert. Das deutsche A-Festival wartet 2014 mit zwei amerikanischen Produktionen auf, die zum gehobenen Sektor zu zählen sind: Der Kriegsfilm „The Monuments Men“ (Kinostart: 20.2.) von George Clooney beschäftigt sich mit Kunstraub und hat zuletzt durch den Fall Gurlitt neue Aktualität erlangt; Clooney selbst, Matt Damon und Cate Blanchett spielen Hauptrollen, gedreht wurde in und um Berlin. Und auch Wes Anderson hat „The Grand Budapest Hotel“ (13.3.), eine gewohnt schräge Phantasie über das alte Europa der Zwischenkriegszeit im 20. Jahrhundert, in der Region gedreht – die Berlinale wird damit eröffnen.

Die beiden großen Favoriten für die diesjährigen Oscars laufen dann schon in deutschen Kinos: „12 Years A Slave“ von Steve McQueen kommt gleich zu Beginn des neuen Jahres (16.1.), einen Monat später folgt „American Hustle“ von David O. Russell, eine mit zahlreichen Stars (Christian Bale, Jennifer Lawrence, Bradley Cooper, Amy Adams, Jeremy Renner) aufwartende Betrugskomödie im New York der späten Siebzigerjahre (mit entsprechenden Krawattenknoten und Dekolletйs).

Nymphomaniac_03_c_CasperSejersen_ConcordeFilmverleih2013Mit der Oscar-Saison nichts zu tun hat hingegen der interessanteste Action-Start in dieser frühen Phase des Jahres: Für die Neuauflage von „RoboCop“ (6.2.) hat sich der brasilianische Regiestar Josй Padilha („Tropa de Elite“) nach Hollywood gewagt. In die Lücke nach den intensiven ersten zwei Monaten wurde Jonathan Glazers „Under The Skin“ (6.3.) platziert: Scarlett Johansson spielt eine männerverzehrende Femme fatale aus einer unbekannten Welt. Kontroverser Stoff ist das, der aber einen Monat später vermutlich noch überboten wird von „Nymph()maniac“ (3.4.), mit dem Lars von Trier die Grenzen zwischen Porno und Kunstfilm aufheben möchte.

Man könnte also von einer Zwischenjahreszeit der Kunst sprechen, die uns in den traditionellen Sommer der großen Blockbuster führt: Mit der größten Spannung wird dabei „Jupiter Ascending“ (24.7.) erwartet, der neue Film der Geschwister Wachowski, die immer noch an „The Matrix“ gemessen werden. Mila Kunis spielt eine Frau, die es mit der Königin des Universums aufnimmt. Für den zweiten großen Science-Fiction-Film des Jahres 2014 müssen wir hingegen bis November warten, denn Christopher Nolans „Interstellar“ (6.11., eine neue Geschichte über die alte Idee von Raumfahrt durch Zeitlöcher) sucht ebenfalls nach einer Lücke im dichten Jahreskalender.

Wie Ridley Scotts „Exodus“ (4.12.) sich zur Weihnachtssaison verhält, ist eine der spannenden Fragen, mit denen 2014 zu Ende gehen wird: Dass uns jemand noch einmal von Moses, dem Mann mit den Gesetzestafeln, erzählen will, leuchtet sicher nicht sofort ein. Doch wer weiß, vielleicht entdeckt Scott in dem Ahnherrn des jüdischen Volkes wieder einmal einen Ägypter! Oder doch einen Prometheus?

Text: Bert Rebhandl

Foto: 2013 Twentieth Century Fox (oben), Casper Sejersen / Concorde Filmverleih 2013 (Mitte)

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