Abenteuerfilm

„Die versunkene Stadt Z“ im Kino

In die exotische Ferne zieht es den weißen Mann, um ­unerforschte Flecken zu vermessen und Abenteuer zu ­erleben

Foto: Studiocanal 2016, LCOZ HOLDINGS LLC

Regisseur James Gray hat das Leben des ­britischen Ethnologen Percy Fawcett (Charlie Hunnam) ­verfilmt. Während ­seiner letzten Reise 1925 auf der Suche nach einer geheimnisvollen Stadt verschwand er spurlos im brasilianischen Urwald. Über die ­Umstände kursieren Legenden.

Gray bedient das Genre episch mit allem Nötigen: ­Piranhas, Mala­ria, freundlichen und unfreundlichen Autochthonen, Hunger, Schlechtwetterperioden und sogar Kannibalismus. Bedrohungen lauern überall, wenn die Expeditionen im Amazonasgebiet flussaufwärts vorstoßen. Dank der atmosphärischen Kameraführung von Darius Khondji sowie passend auf- und abschwellender Filmmusik lässt sich das auch gut gucken. Dazu schält Gray aus der Biografie eine komplizierte Beziehung zur intellektuell wachen Ehefrau (Sienna Miller) und dem ältesten Sohn (Tom Holland), der sich vom Vater vernachlässigt fühlt. Die Intrigen unter den ­Forschungsreisenden der Royal Geographical Society sorgen für Spannungsmomente abseits des Dschungels.
Weiße erforschen „wilde“ Völker – das ist heutzutage ­natürlich fragwürdig, aber Gray fügt smart Dialoge ein, die eine kritische Auseinandersetzung mit dem Ethnozentrismus des post­kolonialen Diskurses vorwegnehmen. Ein Tupfer spiritueller Transzendenz wärmt am Ende sogar noch das Herz.

The Lost City of Z (OT) USA 2016, 140 Min., R: James Gray, D: Charlie Hunnam, Sienna Miller, Robert Pattinson, Tom Holland, Angus Macfadyen, Start: 30.3.

Mehr über Cookies erfahren