Krimigroteske 

„Die Wache“ im Kino

Nur bedingt komische Groteske um ein sehr merkwürdiges Verhör: „Die Wache“

Little Dream Pictures

Auf einem Polizeirevier am späteren Abend: Kommissar Buron (Benoît Poelvoorde) nimmt eine Befragung von Monsieur Fugain (Grégoire Ludig) vor, der des Mordes verdächtigt wird, seit er mit einer Waffe in der Hand neben einem Toten angetroffen wurde. Das Verhör ist allerdings eine abstruse Farce: Der Kommissar scheint ebenso inkompetent wie desinteressiert zu sein, und sein Kollege Philippe (Marc Fraize), der es in einer Verhörpause tatsächlich schafft, sich mithilfe eines Geodreiecks selbst ins Jenseits zu befördern, macht sogar eine noch miesere Figur. Der verdächtige Fugain, der Philippe kurzerhand in einen Schrank stopft und sich ansonsten als unbeteiligten Zeugen bei Mord Nummer Eins darstellt, gibt derweil merkwürdige Erklärungen dafür zum Besten, warum er in der Tatnacht insgesamt siebenmal seine Wohnung verlassen hat.

Das klingt – insbesondere, wenn man sich für absurden schwarzen Humor erwärmen kann – eigentlich ziemlich lustig. Ist es aber nicht. Denn alles an „Die Wache“ von Autor und Regisseur Quentin Dupieux wirkt überaus konstruiert: das alberne Verhör, die merkwürdigen Rückblenden, die Fugains Erinnerungen zu schildern scheinen, in die sich dann aber auch der Tote und der Kommissar immer wieder mit Kommentaren einmischen, und nicht zuletzt ein Finale, das kurzfristig eine (halb-) rationale Auflösung des Geschehens anzudeuten scheint, nur um sie sofort wieder zurückzunehmen. Die beiden guten Hauptdarsteller, die einem den einzigen Grund geben, hier gelegentlich zu schmunzeln, können das nur sehr bedingt auffangen.

Die Wache F 2018, 73 Min., R: Quentin Dupieux, D: Benoît Poelvoorde, Grégoire Ludig, Marc Fraize, Anaïs Demoustier, Start: 12.12.

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