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„Die zwei Leben des Daniel Shore“ im Kino

Ein Urlaub in Tanger wird für Daniel Shore zu einem verstörenden Trip. Naiv, wie der junge Doktorand noch ist, schaut er nicht hinter die Fassaden der Menschen, sondern lässt sich von den fremden Reizen der quirligen Metropole verführen. Das Nachtgeschöpf Iman sieht in ihm das Ticket nach Deutschland für sich und ihren kleinen Jungen. Doch Daniel will sich nicht festlegen. Bis Imanes Kind stirbt und einige Rätsel zu lösen sind. Voller Schuldgefühle verzieht sich Daniel nach Stuttgart. Doch im düsteren Haus seiner verstorbenen Großmutter beginnt ein neuer Albtraum, dessen Ursachen nach Tanger zurückreichen.
Michael Drehers Spielfilm­debüt thematisiert Schuld und jenen eigenartigen Realitäts­verlust, den die gegenwärtige Inflation der Bilder und Informationen verursacht. Was ist real? Wie reagiere ich angemessen auf vermeintlich Offensichtliches? Fragen, die Daniel (äußerst überzeugend: Nikolai Kinski) immer stärker zusetzen. Drehers spannende Psychostudie will die Konflikte jedoch nicht sezieren, sondern inszeniert sie mit hintersinnigen Kamerafahrten und atmosphärisch dichten Bildern.

Text: Cristina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Sehenswert

Orte und Zeiten: „Die zwei Leben des Daniel Shore“ im Kino in Berlin

Die zwei Leben des Daniel Shore, Deutschland 2009; Regie: Michael Dreher; Darsteller: Nikolai Kinski (Daniel Shore), Morjana Alaoui (Iman), Katharina Schüttler (Elli); 95 Minuten

Kinostart: 11. Februar

Sehen Sie in unserer Bildergalerie weiter unten Fotos von der Premiere von „Die zwei Leben des Daniel Shore“ in Berlin.
Fotos: Judith Triebel

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