Schwarzer Krimi

„Dirty Cops: War on Everyone“ im Kino

Zynismus ist der letzte Fluchtort der Moralisten. Wenn das stimmt, ist John Michael McDonagh ein Moralist: „Dirty Cops“ – der ­zynischste Film des Jahres

Foto: 2016 Constantin Film Verleih GmbH
Foto: 2016 Constantin Film Verleih GmbH

Dazu kommt der Wille zum Postmodernismus: Der Kameramann lässt das Bild wackeln, jede Szene wird mit einer Wischblende beendet, und es dauert lange, bis man die saufenden, koksenden und beleidigenden Bullen Terry und Bob sympathischer findet.
Dann aber legt der Film los: Der Fahrer eines Raubüberfalls hat angeblich eine Million Dollar abgezweigt. Daran sind Terry und Bob sehr interessiert. Mehr durch Zufall geraten sie in den Blickwinkel des Bandenchefs.
„The Nice Guys“ hat im Sommer aus einer ähnlichen Konstellation einen charmanteren Film gemacht. McDonagh mag seine Witze etwas dunkler, er legt auf seinen Plot nicht so viel Wert. Trotzdem: Wer zynische Gags, skurrile Figuren, schräge Dialoge, einen tollen Soundtrack (Glen Campbell, The Clash) und harte Prollsprüche mag, ist hier richtig. Ist Regisseur McDonagh Zyniker, Moralist (wie seine Filme „Ein Ire sieht schwarz“ und „Am Sonntag bist Du tot“ vermuten ließen) oder doch ein Reaktionär, der auf böse Scherze steht?

Dirty Cops: War On Everyone USA 2016, 98 Min., R: John Michael McDonagh, D: Alexander Skarsgård, Michael Peña, Start: 17.11.

Bewertungspunkte3

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