Historiendrama

„Django – Ein Leben für die Musik“ im Kino

Da Dieter Kosslick und sein Team auf ganz große Stars auf dem Roten Teppich zum Auftakt der vergangenen Berlinale verzichtet haben und stattdessen diesen Film ganz nach vorne setzten, stiegen die qualitativen Erwartungen – „dann muss der Film ja richtig gut sein“. Und eines lässt sich konstatieren: Musikalisch ist „Django“ ein Genuss

Foto: Roger Arpajou

Im Zentrum: Django Reinhardt (Reda Kateb, „Die schönen Tag von Aranjuez“), 1943 ein gefeierter Gitarrist des Gypsy Swing im von den Nazis besetzten Frankreich. Seinem treibenden Sound kann sich niemand entziehen, auch nicht große Teile der Besatzer. Und so kommt die Idee auf, der damals 33-jährige Reinhardt möge doch bitte eine Tournee durch Deutschland machen – ein lebensgefährliches Unternehmen für einen Mann, der zu den von den Nazis verfolgten Gruppe der Sinti gehört. Mit Hilfe seiner Geliebten Louise (Cécile de France) gelangt Reinhardt mit seiner schwangeren Frau Naguine (Beata Palya) und der greisen Mutter Negros (Bim Bam Merstein) an die Schweizer Grenze und hofft auf eine Flucht ins neutrale Land.

Regisseur Etienne Comar erzählt diese (in weiten Teilen wahre) Geschichte sehr konventionell als klassisches Historiendrama im adäquaten Setting und ebensolcher Ausstattung. Leider verzichtet er darauf, das melodramatische Moment stärker zu betonen und die Spannungsschraube noch stärker anzuziehen; auch hätte ein wenig mehr Pathos hier mal nicht geschadet. So entspinnt sich ein gut gemachter, aber sehr schleppend erzähltes Drama. Aber immer dann, wenn Django Reinhardt wieder mal zur Gitarre greift und die universelle Kraft der Musik demonstriert, dann geht einem das Herz auf.

Django – Ein Leben für die Musik F 2017, 117 Min., R: Etienne Comar, D: Reda Kateb, Cécile de France, Beata Palya, Bim Bam Merstein, Start: 19.10.

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