Dokumentarfilm

„Do Not Resist“ im Kino

Die Doku zeigt, wie die US-Polizei gegen die eigene Bevölkerung aufrüstet

Foto: 2016 Vanish Films

Ein Trupp bis an die Zähne bewaffneter Krieger stürmt ein Privathaus, schreckt die geschockte Familie auf und durchstöbert alles. Die Beute: etwas Marihuana und ein paar hundert Dollar. Das Geld wird konfisziert, für eine zertrümmerte Fensterscheibe müssen die Opfer des Überfalls selber zahlen. Es kommt immer häufiger vor, dass in den USA bei Einsätzen von Spezialeinheiten der Polizei, sogenannten SWAT-Teams, mit „Kanonen auf Spatzen“ geschossen wird. Traten diese Teams nach ihrer Gründung ab Mitte der 1960er Jahre nur gelegentlich in Aktion, vor allem bei Revolten, Banküberfällen und Geiselnahmen, gab es 2005 schon 50.000 Einsätze jährlich, zu fast 80 Prozent bei gewaltsamen Hausdurchsuchungen.

Dieser Doku-Thriller zeigt martialische Männer in Aktion bei der Arbeit und Ausbildung. Der Filmemacher Craig Atkinson lässt Bilder sprechen und Bürger, Staatsdiener, Technokraten sowie einen demagogischen Ausbilder zu Wort kommen, kommentarlos. Der Wandel einer freiheitsliebenden Nation zum Überwachungsstaat und die militärische Hochrüstung der Polizei mit Kriegswaffen, sogar Bajonetten, zum möglichen Einsatz gegen die Zivilbevölkerung, machen fassungslos. Wenn ein Provinzsheriff auf Probefahrt mit einem gerade erworbenen Bearcat-Panzerfahrzeug durch sein Kleinstädtchen rollt, wird das Absurde dieser Aufrüstung augenfällig.

Do Not Resist USA 2016, 72 Min.; R: Craig Atkinson, Start 23.2.

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