Thriller

Dogman

Hundefriseur in Not: Der Dogman hat Probleme mit einem Komplizen

Greta De Lazzaris/ Alamode Film

In seinem Salon frisiert Marcello sie alle – die mächtige Dogge wie den zittrigen Chihuahua. Auch bei dem massigen Kampfhund macht er sich an die Arbeit, obwohl der den Hunde­friseur mit wenigen Bissen erledigen könnte. Trotz des Titels spielen die Vierbeiner hier nur eine prägnante Nebenrolle – und doch lässt sich das düstere Drama mit letzterer Szene thematisch zusammenraffen. Es geht um eine ungleiche Konfrontation: Der Zierliche muss sich gegen den Massigen wehren. Der Schoßhund gegen den Kampfhund.

Denn nachdem Marcello, der nicht nur ein hingebungsvoller Hundefriseur, sondern auch ein liebender Vater und aufgrund schwieriger Umstände ein Nebenbei-Koksverkäufer ist, wird nach einem gemeinsamen Überfall immer weiter von seinem vermeintlichen Freund und rücksichtslosen Komplizen, dem brockenhaften Ex-Boxer Simoncino (Edoardo Pesce) drangsaliert und in eine Abwärtsspirale hineingezogen.

Sobald die großen, kleinen, drolligen und bedrohlichen Hunde auftauchen, stehlen sie Marcello Fonte zwar wiederholt die Show – aber immer nur kurz. Denn der zierliche Italiener, der beim Filmfestival in Cannes verdientermaßen als bester Darsteller ausgezeichnet wurde, beeindruckt mit seiner Leinwandpräsenz und verleiht „Dogman“ immer wieder Momente von Herzenswärme, während er sich durch das Dilemma und um seine Würde und sein Überleben kämpft.
Wie einst in seinem harschen Mafia-Drama „Gomorrah“ zeigt Matteo Garrone dabei in der von der Mafia und von Armut beherrschten Vorstadt Roms ein grimmiges Italien von ganz unten.

Dogman I/FR 2018, 102 Min., R: Matteo Garrone, D: Marcello Fonte, Edoardo Pesce, Start: 18.10.

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