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Dokufiktion „Adopted“

AdoptedGudrun F. Widloks Kunstprojekt „Adopted“, das seit 2001 als Teil einer fiktiven Initiative einsame oder auch nur neugierige europäische Erwachsene an afrikanische Gastfamilien vermitteln wollte, hat mit den Jahren ein erstaunliches Eigenleben entwickelt. Die Doku, die die Künstlerin nun mit Rouven Rech inszeniert hat, folgt drei adoptionswilligen Erwachsenen aus Deutschland und Island auf ihrem Weg zu ihren neuen ghanaischen Familien, um dabei den Alltag und die wechselseitigen Erfahrungen von Fremdheit aufzuzeichnen. Die Umkehrung von Klischees hat einen gewissen Reiz, aber der Film verschenkt viel durch seine Strategie, seine Fiktionalität im Gewand einer gewöhnlichen TV-Doku zu verbergen, statt das Spiel offenzulegen.      

Text: Robert Weixlbaumer
Foto: im Film
tip-Bewertung: Annehmbar

Adopted im Kino in Berlin
D 2010; R: Rouven Rech, Gudrun F. Widlok; 92 Min.; FSK 0;
Kinostart: 1. März

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