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Dokument der Frustration: „Das Ding am Deich“

DasDingamDeich„Das Ding am Deich“ – so nennen Bewohner der Wilstermarsch das AKW Brokdorf an der Elbe. Um 2 Uhr nachts begann im Oktober 1976 dessen Bau hinter NATO-Draht, komplett mit Schäferhundstaffel, Hubschraubereinsatz und Bespitzelung der renitenten Milchbauern querbeet.

100?000 hatten gehofft, mit jahrelangem Protest den Bau zu verhindern – doch vergebens: Wenige Monate nach der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl ging Brokdorf ans Netz. Ohne reißerische Parolen zeigt die Dokumentation, wie „trickreich“ der Bau damals durchgezogen wurde und mit welcher Energie sich Menschen wie der Milchbauer Ali Reimer dagegen-stemmten. Und daran ein Stück zerbrachen. Über ein Jahr lang interviewte Regisseurin Antje Hubert einstige Aktivisten, dokumentiert Verzweiflung, Resignation und Trotz und liefert ein gutes Stück Zeitgeschichte, das sein Echo in den Reaktionen der Bundesregierung vor und nach dem Reaktorunglück in Fukushima findet.   

Text: Cristina Moles Kaupp
Foto: Antje Hubert/Die Thede
tip-Bewertung: Sehenswert

Das Ding am Deich: Orte und Zeiten in Berlin
Deutschland 2012; Regie: Antje Hubert; 99 Minuten; FSK 6

Kinostart: 23. August

Am 24.8. findet nach der Filmvorführung im Eiszeit-Kino eine Infoveranstaltung der Gesellschaft BürgerEnergie Berlin statt, die 2014 das Berliner Stromnetz in Bürgerhand überführen will

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