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„Dom Hemingway“ im Kino

Dom Hemingway

Nach zwölf Jahren im Knast will der Panzerknacker Dom Hemingway die Belohnung dafür kassieren, dass er den Gangsterboss Fontaine nicht verpfiffen hat. Und tatsächlich erhält er eine Dreiviertelmillion Pfund – und verliert sie gleich wieder, als er bei einer nächtlichen Spritztour im Suff Fontaines Rolls Royce zu Schrott fährt. Gleich in der ersten, minutenlangen Einstellung wird die ordinäre Tonart des Films vorgegeben und Doms Persönlichkeit in Grundzügen charakterisiert: ein großmäuliger Schwätzer, ein egomaner Macho und Kotzbrocken mit, wie man wenig später sieht, extremen Aggressionsproblemen.
Später wird der Choleriker dann auch noch sentimental in diesem burlesken Krimi, der an frühe Filme von Guy Ritchie erinnert, in Inhalt und Darstellung aber völlig überzogen wirkt und nur selten wirklich komisch ist, etwa als Dom völlig betrunken Fontaine anbrüllt in einem Raum, dessen Wände mit drei Riesenporträts von Affen dekoriert sind. Erstaunlich ist die Hemmungslosigkeit, mit der Jude Law (der für die Titelrolle einige Kilos zugelegt hat) hier mit offensichtlichem Gusto die Sau raus lässt.

Text: Ralph Umard

Foto: 2014 Twentieth Century Fox

tip-Bewertung: Zwiespältig

Orte und Zeiten: „Dom Hemingway“ im Kino in Berlin

Dom Hemingway, ?Großbritannien 2013; Regie: Richard Shepard; Darsteller: Jude Law (Dom Hemingway), Richard E. Grant (Dickie), Demian Bichir (Mr. Fontaine); 93 Minuten; ?FSK k. A.

Kinostart: 17. April

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