Tragikomödie

„Don’t worry, weglaufen geht nicht“ im Kino

„Hallo, in Ihrem Arschloch hat ein Starbuck’s aufgemacht.“ Zu diesem Satz muss man sich einen mächtigen, zittrig gezeichneten Hintern vorstellen, dann versteht man ein bisschen den Humor des US-amerikanischen Cartoonisten John Callahan.

2018 Amazon Content Services/ Scott Patrick Green

Die grundlegende Tatsache in seinem Leben war eine nahezu vollständige Lähmung nach einem Autounfall im Alter von 21 Jahren. Er reagierte ­darauf maximal sarkastisch und wurde zu einem der wichtigsten politisch inkorrekten Künstler in den USA. 2010 starb er an Folgen seiner Behinderung – er hatte sich wundgelegen.

In seinem biografischen Film „Don’t worry, weglaufen geht nicht“ widmet sich Gus Van Sant ­sowohl der Vorgeschichte wie der therapeutischen Erfolgsgeschichte, die er im Leben von John Calla­han erkennt: das entscheidende Trauma, dass er von seiner Mutter nicht angenommen wurde, und die Schritte, die er als Anonymer Alkoholiker ­zurück ins Leben macht. Eine wesentliche Rolle kommt dabei dem reichen, schwulen Donnie zu, der eine Gruppe von Außenseitern um sich schart.

Der Film schließt an zwei Werke Gus Van Sants an: „Good Will Hunting“ und „Finding Forrester“ waren auch schon von einem sozialpädagogischen Geist geprägt. Zugleich steht John Callahan in einer ­Reihe von brillanten, gebrochenen Individuen, für die Van Sant sich auch immer interessiert hat. Insgesamt ist dies hier aber ein wenig zu konventionell erzählt, um dem Geist von Callahans Kunst wirklich gerecht zu werden.

Don’t worry, weglaufen geht nicht USA 2017, 113 Min., R: Gus van Sant, D: Joaquin Phoenix, Jonah Hill, Rooney Mara, Start: 16.8.

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