Gesellschaftspanorama

„Downsizing“ im Kino

Fehlende Stoßrichtung – Alexander Payne verheddert sich

Paramount

Der Beginn von Alexander Paynes jüngstem Film lässt an ein Update von Jack Arnolds SF-Klassiker „The Incredible Shrinking Man“ (1957) denken. War der unglückselige Held des letzteren noch wegen einer radioaktiven Wolke zusammengeschrumpft, lassen sich die Protagonisten von „Downsizing“ nun freiwillig miniaturisieren. Vielleicht, weil sie – wie es die Wissenschaft ihnen erläutert – die Menschheit dadurch an der Ausbeutung der Ressourcen hindern, vielleicht aber auch nur, um im verkleinerten „Freizeitland“ ein ­Leben in Luxus zu führen. Denn das Leben als kleiner Mensch kostet ja angeblich nicht so viel. Auch Paul Safranek (Matt Damon) und seine Frau lassen sich überzeugen, doch als Paul nach der Verkleinerungsprozedur im Minia­turland aufwacht, ist er allein: Seine Frau hat im letzten Moment kalte Füße bekommen.

Nach diesem bereits 45 Minuten währenden und entsprechend langsam erzählten Prolog weiß der Film allerdings nicht mehr wohin des Wegs: Komödie, Drama, eine Warnung vor den Versprechungen der Wissenschaft oder doch eher eine Sozialsatire? „Downsizing“ benötigte dringend eine Stoßrichtung, die das von Payne und Jim Taylor verfasste konfuse Drehbuch aber nicht bereithält. Und so enden die Abenteuer des naiven Trottels Paul mit zwei schlitzohrigen Profiteuren der Miniaturisierung (Christoph Waltz und Udo Kier) und seine Beziehung zu einer einbeinigen, sozial engagierten Ex-Dissidentin aus Vietnam (Hong Chau) zusehends in einem nicht enden wollenden Sumpf erschreckender Langeweile.

Downsizing USA/N 2017, 135 Min., R: Alexander Payne, D: Matt Damon, Christoph Waltz, Hong Chau, Udo Kier, Kristen Wiig, Start: 18.1.

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