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Drag-Musical „Leave It On The Floor“

/Leave_It_On_The_Floor_01_c_SalzgeberBereits 1990 porträtierte die Dokumentation „Paris Is Burning“ die illustre Subkultur der New Yorker Drag-Szene und ihrer Bälle: Schönheitswettbewerbe unter Drag Queens der afroamerikanischen Community. Bis heute gibt es die schrillen Bälle als selbstbewusstes Parallel-Universum abseits des Gender-Mainstreams. Der Low-Budget-Musicalfilm „Leave It On The Floor“ greift das Thema des Filmvorbilds auf.

Angesiedelt an den abgewirtschafteten Rändern des heutigen Los Angeles wird die afroamerikanische Ball-Szene zur Zuflucht eines schwulen Jünglings, der von seiner homophoben Mutter rigoros vor die Tür gesetzt wird. Dank eines Flirts auf dem Weg landet der Streuner in der schillernden Welt des Drag-Undergrounds und findet in einer queeren WG eine Art Ersatzfamilie. Aus seiner sinnenprallen Szenerie um witzige Typen und Ball-Rituale zieht der Film erfrischende Authentizität. Die spürbare Nähe zur Szene tröstet meist hinweg über die wenig lebensnahen Charaktere und ihre formelhaft abgearbeiteten Beziehungsnöte. In den Tanz- und Gesangseinlagen des weitgehend mit Studenten besetzten Ensembles überträgt sich dagegen die Faszination der Drag- und Ballkultur viel unmittelbarer.    

Text: Ulrike Rechel

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: Leave It on the Floor

Leave It on the Floor, USA 2011; Regie: Sheldon Larry; Darsteller: Ephraim Sykes (Bradley Darnell Lyle), Barbie-Q (Queef Latina), Andre Myers (Carter Eminence); 109 Minuten; FSK 16

Kinostart: 18. Oktober

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