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Drama „Wie zwischen Himmel und Erde“

Wie_zwischen_Himmel_und_ErdeGehetzt von chinesischen Soldaten, versuchen einige Tibeter unter Leitung des Schmugglers Tashi, sich durchs heimatliche Hochgebirge über die Grenze nach Nepal durchzuschlagen. Mit dabei eine Berliner Studentin, deren Verhalten als Fluchthelferin so abwegig wirkt, dass man es kaum ernst nehmen kann und auf Distanz zum Geschehen geht. Das indische Ladakh und die Schweizer Alpen sind akzeptable Ersatzschauplätze für Tibet, wo Ausländer kaum Drehgenehmigungen erhalten. Fehlbesetzt sind Tibeterrollen wie Tashi oder die Flüchtlingsmutter Dolma mit bildschönen Eurasiern wie dem Ex-Model David McInnis; sie wirken zu fein, um als Himalayaprovinzler glaubhaft zu sein. Nur ganz kurz wird erwähnt, dass Tibet vor der chinesischen Machtübernahme ein theokratischer Feudalstaat war, wo das von Lamas autoritär beherrschte Volk alles andere als unabhängig war. Durch die schwarzweißmalerische Darstellung von Tibetern als tyrannisierte Sympathieträger und Chinesen als Schurken, die Kinder jagen, Nonnen vergewaltigen und Gefangene foltern, bekommt der Film eine unerhört propagandistische Note.     

Text: Ralph Umard
Foto: PROKINO Filmverleih
tip-Bewertung: Uninteressant

Wie zwischen Himmel und Erde im Kino in Berlin
Deutschland?/Schweiz 2012; Regie: Maria Blumencron;
Darsteller: Hannah Herzsprung (Johanna), David Lee McInnis (Tashi), Yangzom Brauen (Dolma); 90 Minuten; FSK 12; Kinostart: 31. Mai

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