Drama

„Drei Zinnen“ im Kino

Nur halbgelungen: Jan Zabeils Familiengeschichte

NFP Rohfilm Productions

Am Anfang sieht alles nach einer glücklichen Kleinfamilie im Urlaub aus: Die aus Frankreich stammende Mama Lea (Bérénice Bejo), ihr achtjähriger Sohn Tristan (Arian Montgomery) und Aaron (Alexander Fehling) plantschen im Pool vor sommerlicher Ferienkulisse. Doch dann wird klar: Tristans Vater ist ein anderer, nur über das Mobiltelefon präsenter Mann. Zwei Jahre sind Lea und Aaron nun zusammen, und nur zu gern wäre letzterer so etwas wie ein Vater für Tristan. Doch da ist Lea kategorisch: Es gibt nur einen Vater. Und das scheint ihr Sohn nicht anders zu sehen.

In der ersten Hälfte seines Dramas „Drei ­Zinnen“ gelingt es Regisseur Jan Zabeil und seinen Schauspielern ausgesprochen gut, die Dynamiken dieser komplizierten Viererbeziehung darzustellen: Der leibliche Vater ruft den Jungen dauernd an, während Aaron keinen rechten Draht zu ihm findet. Ein zweites Kind kommt für Lea nicht infrage, weil Tristan das nicht will. Ständig schläft der Junge im Bett des Paares, ganz als ob er jeden intimen Kontakt der beiden verhindern wollte. Die Konstellationen im Bett ändern sich ständig, der Stand der Beziehung lässt sich daran erkennen, wer gerade mit wem kuschelt.

Doch dann machen Aaron und Tristan einen Ausflug zu den Drei Zinnen in den Dolomiten und – man kann es nicht anders sagen – mit dem Film geht es steil bergab: Zusehends ­lächerlicher gestaltet sich nun der Machtkampf zwischen dem Achtjährigen und dem Freund seiner Mutter – wobei der Film für die eigentlich beeindruckende Naturkulisse und die Gefahren der Bergwelt überhaupt kein Gespür entwickelt. Das Ende ist Schmierentheater vor Fototapete.

Drei Zinnen D 2017, 90 Min., R: Jan Zabeil, D: Alexander Fehling, Bérénice Bejo, Arian Montgomery, Start: 21.12.

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