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DVD-Box „Klaus Wildenhahn – Dokumentarist im Fernsehen“

wildenhausDie Dokumentation über die Demontage der Parteiikone Max Brauer, der in der SPD beliebt war, als erklärter Aufrüstungsgegner beim Parteivorstand jedoch verachtet wurde, ist ein frühes Beispiel von Wildenhahns Kunst. Man muss die Lebensgeschichte von Brauer nicht kennen, um die Tragik dieser Niederlage zu spüren und die Taktierer zu verachten. Noch heute meint man das Fracksausen des damaligen Panoramachefs Joachim Fest zu spüren, der die Sendung des Debütfilms verhinderte. Obwohl beim Sender fest angestellt, hatte der NDR zum Mitarbeiter W. bis zuletzt ein gespanntes Verhältnis. Egal ob Arbeitskämpfe, das Leben in der Provinz, die Nächte auf St. Pauli oder Künstler wie Jimmy Smith, Pina Bausch oder John Cage im Mittelpunkt stehen, geht es bei Wildenhahn immer um die Arbeit der Porträtierten. Dass er bei der anschießenden Montage Ton und Bild nicht auseinanderriss, der Ton nicht geblendet oder mit Musik und Sounds aufbereitet wurde, versteht sich. Das gibt den Filmen eine gewisse Rohheit und Schärfe, die schon beim Debütfilm auffiel. Am 19. Juni 2010 wird Klaus Wildenhahn 80 Jahre alt. Eine DVD-Box präsentiert jetzt zentrale Filme seines Werks. „Parteitag 64“ ist nicht darunter.

Text: Nico Schröder
 
tip-Bewertung
: Sehenswert

DVD-Box „Klaus Wildenhahn – Dokumentarist im Fernsehen
14 Filme 1965–1991, ausgewählt von Klaus Wildenhahn. Hrsg. von Christa Donner, Peter Paul Kubitz (Deutsche Kinemathek– Museum für Film und Fernsehen), Hans-Michael Bock (CineGraph). 5 DVDs, s/w + Farbe, ca. 930 Min., Booklet. Erschienen bei absolut medien

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