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DVD-Kritik „Angel Beats!“ und „Madoka Magica“

AngelbeatsIn der 13-teiligen Trickserie „Angel Beats!“ erwacht ein junger Mann mit Gedächtnisschwund plötzlich an einer ihm unbekannten Oberschule, wo das Mädchen Yuri gerade aus der Deckung heraus mit einem Gewehr auf eine andere junge Frau zielt. Leider, so eröffnet Yuri dem Verwirrten, sei er gerade gestorben und nun in einer Art Zwischenreich gelandet, wo sie sich als Anführerin der Sterben-ist-schrecklich-Front gegen die völlige Auslöschung ihrer Persönlichkeit wehre. Jene werde nämlich erreicht, wenn man den Anordnungen der Schulratspräsidentin, des sogenannten Engels, Folge leiste, die darauf abzielen, die Schüler zu angepassten Wesen zu erziehen.

In nur wenigen Momenten eröffnet sich hier ein wahnwitziges und extrem unterhaltsames Universum, in dem völlig unbekümmert wilde und manchmal ziemlich makabre Action-Szenen (ständig kommt jemand auf ungewöhnliche Weise zu „Tode“ – und steht bald wieder auf, denn es sind ja schließlich schon alle tot) mit ernsten philosophischen Fragen („Rebellion gegen Gott“), Genreversatzstücken aus Schülerkomödien und Auftritten einer Mädchenrockband namens Girls Dead Monster durcheinandergewirbelt werden. Dabei lernt man im Verlauf der Folgen die Protagonisten besser kennen, erfährt in Rückblenden von ihrem tragischen Schicksal auf Erden, durchlebt ihre Traumata und fragt mit ihnen nach dem Sinn des Lebens. Der Antagonismus zwischen der Front und dem Engel, soviel sei verraten, wird auf Dauer keinen Bestand haben.

MadokaMagicaEin ähnliches Feld wie „Angel Beats!“ beackert auch die Serie „Madoka Magica“, in der zwei Schülerinnen der 8. Klasse von einem seltsamen Wesen die Offerte erhalten, „Magical Girls“ zu werden, um gegen fiese, die Menschheit bedrohende Hexen zu kämpfen. Hier verbinden sich eine manchmal etwas aufdringliche Niedlichkeit der Figuren (und der nicht zu verschweigende Sexismus, der in diesen japanischen Schulmädchenfantasien ebenfalls steckt) mit den absurd-psychedelischen, an Terry Gilliams Monty-Python-Animationen erinnernden Hexen-Sequenzen. Die machen dann auch drastisch klar, dass es in dieser zwölfteiligen Serie nicht allein um die  Allmachtsfantasien pubertierender Mädchen geht, sondern mehr noch um deren Kehrseite: Einsamkeit und Tod. Es wird viel geweint.   

Text: Lars Penning
tip-Bewertung:
Sehenswert

Angel Beats! Vol. 1-3,
Japan 2010; Regie: Seiji Kishi; FSK: ab 12; erschienen bei Universum
Madoka Magica Vol. 1-3,
Japan 2011; Regie: Akiyuki Shimbх; FSK: ab 12; erschienen bei Universum

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