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„Eat Pray Love“ im Kino

Eat Pray Love

Vielleicht wurde „Eat Pray Love“ als Roman ja ein Bestseller, weil die Generation Wellness Selbstbestätigung braucht. Das kollektive Zeitgeist-Murmeln psychospiritueller Hilfsformeln wie „Du musst dir selbst verzeihen!“ oder „Nichts ist ewig!“ wird nun auch im Kino vorerst nicht verstummen.
Julia Roberts als Identifikationsfigur ist da perfekt. Die erfolgreiche Schriftstellerin Liz (Roberts) gerät nach einer schmerzlichen Scheidung in eine Sinnkrise und begibt sich daraufhin auf eine Weltreise: Spaghetti­orgien in Rom, selbstironische Bemühungen in einem indischen Ashram und schließlich eine neue Liebe in Bali. Dank einheitlich goldenen Sonnenlichts ähneln sich diese Stationen der Selbstfindung so sehr, dass man sich fragt, warum Liz überhaupt die Länder wechselt.
Die in den Off-Kommentaren behauptete Erkenntnissuche erschöpft sich unterdessen in sentimentalen Wortspielweisheiten mit Freunden und den friedvollen Begleiterscheinungen yogischer Lächelmeditation. Aber auch wer sich daran nicht stört, bekommt keine Romanverfilmung, sondern allenfalls eine touristische Bebilderung.

Text: Iris Depping

tip-Bewertung: Uninteressant

Orte und Zeiten: „Eat Pray Love“ im Kino in Berlin

Eat Pray Love, USA 2010; Regie: Ryan Murphy; Darsteller: Julia Roberts (Elizabeth Gilbert), James Franco (David Piccolo),
Richard Jenkins (Richard from Texas); 140 Minuten

Kinostart: 23. September

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