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„Eden“ im Kino

Eden

Paul (Felix de Givry) strebt im Paris der 90er-Jahre eine Karriere als DJ an und gründet mit seinem Kumpel Cyril ein Garage-House-Duo. Erste kleine Erfolge stellen sich ein, eine Platte, Radioauftritte, sogar Konzerte in New York. Doch während die Jahre vergehen und seine Mitstreiter langsam bürgerlich werden (wie seine Ex-Freundinnen) oder ihrem Leben ein Ende setzen (wie Cyril), findet Paul den Absprung aus der Szene nicht: Er bleibt gefangen in einem Nachtleben voller Musik und Drogen.
Ausnehmend akribisch reinszeniert Mia Hansen-Lшve in „Eden“ die französische Electro-Szene der 90er-Jahre, schafft aber das eigentlich Wesentliche nicht: ein Interesse zu wecken für ihren Protagonisten und seinen Traum. Bewusst undramatisch verläppern sich hier die 20 Jahre, die elliptisch aus Pauls Leben erzählt werden: Nichts scheint ihn zu berühren, selbst seine Faszination für die Musik vermittelt sich dem Zuschauer nicht. So kreist der durchaus mit interessanten Nebenfiguren ausgestattete Film zwei Stunden lang um ein totales Vakuum.

Text: Lars Penning

Foto: Alamode Filmverleih

Orte und Zeiten: „Eden“ im Kino in Berlin

Eden, Frankreich 2014; Regie: Mia Hansen-Lшve; Darsteller: Felix de Givry (Paul), Pauline Etienne ?(Louise), Greta Gerwig (Julia); ?131 Minuten

Kinostart: Do, 30. April 2015

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