Biopic

„Egon Schiele“ im Kino

Vor einigen Jahren schrieb die österreichische Drehbuchautorin Hilde Berger einen biografischen Roman über den Maler Egon Schiele, dem sie den naheliegenden Titel „Tod und Mädchen“ gab

Foto: Alamode Film

Auch der Zugang war nicht weit hergeholt: Fünf Frauen dienen als Spiegelfiguren, um den Skandalkünstler des frühen 20. Jahrhunderts von seiner menschlichen Seite zeigen zu können.

Dieter Berner hat das Buch seiner Partnerin nun verfilmt, er setzt dabei auf eine relativ konventionelle Form von (manchmal ein wenig notdürftig wirkendem) Ausstattungskino – es gibt zu Schiele einen älteren österreichischen Film von Herbert Vesely aus dem Jahr 1981, der selbst Skandal machen wollte, davon setzen Berger und Berner sich deutlich ab.

Zu Beginn ist es vor allem seine Schwester Gerti, die den aufstrebenden Maler auf Kurs bringt, sie steht selbst Modell und wacht eifersüchtig über seine Unschuld. Damit ist das Motiv von „Egon Schiele: Tod und Mädchen“ ziemlich klar benannt: Die fünf Frauen (Gerti, die dunkelhäutige Französin Moa, dann Wally Neuzil, schließlich seine Ehefrau Edith und deren Schwester Adele) sind Mittlerinnen zwischen einem kaum interessante Nuancen aufweisenden Musenmann und einer nicht weniger eindimensionalen „Gesellschaft“. Das Ergebnis ist ein biederer biografischer Film, der aber als eine Art audiovisueller Wikipedia-Artikel auch seinen Sinn hat.

Egon Schiele A/LUX 2016, 109 Min., R: Dieter Berner, D: Noah Saavedra, Maresi Riegner, Valerie Pachner, Start: 17.11.

Bewertungspunkte5

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