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Ein Augenblick Freiheit im Kino

Ein Augenblick FreiheitLetztes Jahr waren 42 Millionen Menschen auf der Flucht, weiß das UN-Flüchtlingshochkommissariat. Eine Zahl, die den Blick auf Einzelschicksale schier verstellt. Wie es manchen dabei ergeht, da­rüber hat Arash T. Riahi, Österreicher mit iranischen Wurzeln, seinen ersten, mit Preisen überhäuften Spielfilm gedreht.
Brutal beginnt „Ein Augenblick Freiheit“ mit der Exekution von drei Menschen, dann rückt er näher an seine Helden heran. Drei Flüchtlingsgruppen aus dem Iran sind auf dem langen Weg nach Europa – mit gefälschten Papieren und zwielichtigen Schleppern. Endlich erreichen sie Ankara, landen in einem schäbigen Hotel, spezialisiert auf Verzweifelte. Wird ihr Antrag auf Asyl genehmigt? Sicherheit gibt es nicht. Hinter jedem freundlichen Gesicht könnte ein iranischer Geheimpolizist stecken, auch der türkischen Polizei ist nicht zu trauen, derweil geht das Geld aus, wachsen Ungeduld, Angst und Zweifel.
Arash T. Riahi hat sechs Jahre in diesen Film investiert. Einiges hat er selbst erlebt, vieles recherchiert. Stimmig ist sein Werk zunächst. Gekonnt wechseln Dramatik und Komik, offenbaren sym­pathische Charaktere die Gründe für ihre Flucht. Doch „Ein Augenblick Freiheit“ geht darüber nicht weit genug hinaus: Riahi zelebriert kostbare Glücksmomente und buchstabiert das Flüchtlingselend gründlich immer weiter.

Text: Christina Moles Kaupp

tip-Bewertung: Annehmbar

Orte und Zeiten: „Ein Augenblock Freiheit“ im Kino in Berlin

Ein Augenblick Freiheit Österreich/ Frankreich 2008; Regie: Arash T. Riahi; Darsteller: Navid Akhavan (Ali), Pourya Mahyari (Mehrdad), Elika Bozorgi (Azy); Farbe, 114 Minuten

Kinostart: 13. August

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